Atemschutz / ABC

Atemschutzgruppe und ABC-Zug

Zur Aufrechterhaltung des Lebens benötigt der Mensch Sauerstoff. Bei Einsätzen müssen Feuerwehrangehörige jedoch oft in Räumen arbeiten, in denen Sauerstoffmangel herrscht oder Atemgifte vorhanden sind. Ohne geeigneten Schutz würden sie schwere, unter Umständen tödliche Schädigungen erleiden. Dies zu vermeiden ist Sinn und Zweck des Einsatzes von Atemschutzgeräten.



Der Atemschutz hat in der heutigen Einsatztaktik einen hohen Stellenwert eingenommen. So kann in ca. 90% aller Einsätze auf diese umluftunabhängigen Atemschutzgeräte nicht verzichtet werden. Aus diesem Grund ist es von elementarer Bedeutung eine große Anzahl, möglichst gut ausgebildete, Atemschutzgeräteträger zur Verfügung zu haben. Ein Ziel, das in der Feuerwehr Kenzingen durch gezielte Förderung und eine spezielle Ausbildung erreicht werden soll.

Schon seit 1980 werden in der Feuerwehr Kenzingen aktive Feuerwehrkameraden in speziellen Atemschutzproben geschult. Derzeit rund 40 Kameraden der Abteilung Kenzingen zum Atemschutzgeräteträger
ausgebildet. Dies entspricht zwei Drittel der aktiven Mannschaft.



Gerade im Bereich des Atemschutzes sind regelmäßige Proben und Schulungen nach dem Lehrgang besonders wichtig, denn kaum ein Bereich in der feuerwehrtechnischen Ausbildung ist einem solchen kontinuierlichen Entwicklungsprozess unterworfen wie der des Atemschutzes: so werden in den Proben zwar seit jeher Einsatzgrundsätze, Vorgehensweisen und Ausdauer der Geräteträger trainiert. Aufgrund des bereits erwähnten
kontinuierlichen Veränderungsprozesses müssen aber auch erfahrene Atemschutzgeräteträger regelmäßig Trainingseinheiten zum Umgang mit dem Strahlrohr, Übungen über das Vorgehen in verrauchten Gebäuden, Verhalten bei Durchzündungen (der sogenannte Flashover) usw. besuchen, weil neue Techniken und Gerätschaften die eigene Sicherheit und das Leben andere besser schützen können. Nur so lässt sich gewährleisten, dass die Atemschutzgeräteträger auf die enormen physischen und psychischen Belastungen, die ein Atemschutzeinsatz mit sich bringen kann, bestmöglich vorbereitet sind. Aus diesem Grund stellen die regelmäßigen Atemschutzproben einen Kernbereich der feuerwehrtechnischen Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehr Kenzingen dar.

Ein zentrales Element der Atemschutzausbildung ist zudem der jährliche Besuch einer Brandübungsanlage. Hier werden in einem extra dafür angefertigten Brandcontainer reale Einsatzbedingungen wie Rauchgasexplosionen und extreme Hitze simuliert. So können reale Einsatzsituationen wie Auswirkungen von Temperatur und Löschwasser, Entstehung von Wasserdampf usw. unter Realbedingungen geübt werden. Seit dem Jahr 2006 wird zudem auf Standortebene eine eigene, standardisierte Belastungsübung durchgeführt, in der der Atemschutzgeräteträger mit einsatznahen Situationen konfrontiert wird. Das Ziel der Übung besteht in der Überprüfung der körperlichen Fitness jedes Atemschutzgeräteträgers. So dürfen in den verschiedenen Abschnitten der Belastungsübung bestimme Zeit- und Pulswerte nicht überschritten werden, um noch als „atemschutztauglich“ zu gelten. Die Belastungsübung dient daher ergänzend zur alle drei Jahre anstehenden arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung jedes Atemschutzgeräteträgers (G26- 3) dem eigenen Schutz und soll die volle Einsatzfähigkeit jedes einzelnen Atemschutzgeräteträgers sicherstellen.
Zur Kontrolle der strengen Vorgaben an das Können und die Ausbildung muss jeder Atemschutzträger zusätzlich eine jährliche Mindeststundenzahl seines persönlichen Atemschutzeinsatzes, egal ob bei Proben, Einsätzen oder Belastungsübungen, in einem extra angelegten „Atemschutznachweis“ belegen können. Angesichts der abwechslungsreichen Proben stellt dies jedoch kaum ein Problem für die Atemschutzträger der Abteilung Kenzingen dar.



Einen Sonderbereich der Atemschutzgruppe der Feuerwehr Kenzingen stellt der ABC-Zug dar. ABC steht hierbei für die Abwehr von Gefahren atomarer, biologischer und chemischer Art, was bereits verdeutlicht, dass hierfür eine gesonderte Ausbildung notwendig ist.





Der ABC-Zug Kenzingen ist seit 1992 wichtiger Bestandteil der ABC-Abwehr im Landkreis Emmendingen. Zusammen mit den Einheiten aus Teningen und Emmendingen und deren speziellen Gerätewägen für Gefahrgut sowie den Kameraden aus Waldkirch wird die Gefahrgutabwehr für den gesamten Landkreis gebildet. Daher wird in diesen Proben neben dem Umgang mit dem feuerwehrtechnischen Material, wie dem Gebrauch von CSA-Vollschutzanzügen, insbesondere die Zusammenarbeit mit den ABC-Einheiten der anderen
Wehren trainiert. Denn im Ernstfall sind diese Einheiten zwingend mit Personal und Ausrüstung aufeinander angewiesen und so muss sicher gestellt sein, dass ein einheitlicher Ausbildungsstand vorherrscht. Denn nur so kann „Hand in Hand“ gearbeitet und eine effektive Gefahrenabwehr im Landkreis Emmendingen gewährleistet werden. Hierzu finden, neben der jährlichen ABC-Übung aller vier Züge, alle 4 Wochen spezielle ABC-Proben statt. Dem ABC-Zug der Stadt Kenzingen gehören derzeit 40 Kameraden an, darunter auch ABC- Fachberater Dr. Joachim Schätzle.